THE SMILING BUDDHAS – „Enter New Spheres”

Wolfgang Dorninger ist ein Musiker, der immer wieder für Überraschungen sorgt. Sein Schaffen ist geprägt von Brüchen, Neuorientierungen und stilistischen Experimenten. Mit seinem neuen Album “Enter the Spheres”, das er unter dem Projektnamen The Smiling Buddhas veröffentlicht, kehrt er in gewisser Weise zu seinen Wurzeln zurück: in die Welt der Clubs, auf die nächtlichen Tanzflächen. Diesmal jedoch mit einem klaren Fokus – Techno in seiner reinsten Form.

Doch natürlich wäre Wolfgang Dorninger nicht Wolfgang Dorninger, wenn er nicht auch hier seine ganz eigene Handschrift hinterlassen würde. Was zunächst als minimalistische und repetitive Soundarchitektur erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinhören als vielschichtiges, detailreiches Klanggebilde. Die Tracks treiben unaufhaltsam vorwärts, getragen von einem hypnotischen Rhythmus, flankiert von elektronischen Experimenten, strukturell reduziert und doch voller Energie. Melodische Fragmente und dezente harmonische Einwürfe setzen gezielte Akzente und verleihen der Musik Tiefe.

Die Atmosphäre, die Dorninger mit “Enter the Spheres” erschafft, ist dicht und treibend. Obwohl das Album von technoider Strenge geprägt ist, verströmen seine Stücke eine unerwartete Wärme. Hier geht es nicht um brachiale Härte oder reine Funktionalität – vielmehr erschafft Dorninger eine Klanglandschaft, die ein Gefühl des Aufbruchs vermittelt. Während sein letztes Album unter dem The Smiling Buddhas-Label noch düster und beklemmend wirkte, öffnet sich hier eine neue Sphäre: Die Musik bleibt druckvoll und intensiv, aber sie trägt auch ein Moment des Schwebens, eine fast meditative Qualität in sich.

Mit “Enter the Spheres” gelingt es WolfgangDorninger erneut, seine Hörer zu überraschen. Er beweist, dass Techno nicht nur ein Stil, sondern eine Kunstform ist – eine, die immer wieder neue Facetten offenbart, wenn sie mit der richtigen Mischung aus Reduktion und Experimentierfreude umgesetzt wird. Dieses Album ist ein Statement, ein pulsierendes, treibendes und gleichzeitig fein nuanciertes Werk, das die Tanzflächen ebenso begeistert wie die Kopfhörerhörer:innen, die sich auf die Details einlassen.

Dorninger zeigt: Techno kann mehr sein als ein endloses Stampfen. Er kann fliegen, hypnotisieren – und überraschen.

Michael Ternai

++++

Links:
Wolfgang Dorninger
base[records]