Release Radar: Pressyes, EsRAP, Yasmo & Die Klangkantine, Skofi uvm.

Aktuelle Veröffentlichungen zusammengefasst von Ylva Hintersteiner. Der Release Radar ist eine monatliche Auswahl an Single Releases aus dem Bereich Pop/Rock/Elektronik made in Austria.

NEU: Den Release Radar gibt es auch als Playlist auf Spotify.


Pressyes – „Heaven on Earth“ (Morinoko // VÖ: 04.04.2025)

Die neue Single von PRESSYES „Heaven on Earth“ ist gleichzeitig Einladung und Aufforderung die Sicht auf unseren Heimatplaneten zu reflektieren. Es geht um das vielzitierte Paradies – was ist, wenn man dieses gar nicht suchen muss, sondern es hier auf der Erde selbst erschaffen kann? Derzeit lässt der Umgang mit der Erde oft zu wünschen übrig. Pressyes fordert mehr Sorgfalt und regt zum Nachdenken an. Musikalisch präsentiert sich das Lied als aufgeweckter Indie-Pop-Track. Bass, Gitarre, Schlagzeug, Synth-Elemente und Gesang verbinden sich zu einer angenehmen Einheit, die zum Träumen von einem Paradies einlädt. Ohne Anklage und doch mit Nachdruck schafft es Pressyes seine wichtige Aussage, besser auf unseren Planeten aufzupassen, zu vermitteln. Für das Musikvideo hat Pressyes einen Aufruf über Instagram gestartet, der sehr gut angekommen ist. Der Künstler ist selbst mit seinem VW-Bus und seiner 70er-Jahre-Filmkamera in ganz Österreich unterwegs gewesen und hat mit vielen unterschiedlichen Menschen das Video zum Song gedreht. „Heaven on Earth“ ist auch der Opening Track von „Sundrops!“, dem dritten Album von Pressyes, das am 30. Mai 2025 erscheint.

Pressyes (Instagram)

Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.

Love God Chaos – „Muss das so laut sein?“ (Engine // VÖ: 04.04.2025)

Das steirische Quartett LOVE GOD CHAOS ist zurück mit einer neuen Single. Humorvoll und mit einem Augenzwinkern erzählen sie die Geschichte eines Fan-Gesprächs, oder besser – eines Fan-Monologs. Dabei ist eine Frage zentral: „Muss das so laut sein?“. Die Antwort: Ja – es muss so laut sein! Im Song kommt auch wieder eine bekannte Figur aus dem Love God Chaos Universum vor – Johnny. Der Charakter mit autobiografischen Zügen seines Erfinders John Krempl, Sänger und Gitarrist der Band, lässt die Grenzen zwischen fiktiver Figur und echtem Johnny verschwimmen. Klanglich bleibt sich die Indie-Rock-Formation treu. Funky Gitarrenlicks verstärken die verzerrte Soundwall und das Schlagzeug verleiht dem Lied einen besonderen Nachdruck. Unterstützung hat sich die Band mit Trompeter Kolja Radenkovic und Günter Hohl (Chorgesang) geholt. Wie gewohnt ist die Grazer Partie etwas eigenwillig und ungestüm – und bleibt sich damit selbst sehr treu. Im Musikvideo ist die Grazer Schauspielerin Simone Leski als Fan der Gruppe zu sehen. Mit „Muss das so laut sein?“ meldet sich LOVE GOD CHAOS zurück mit einer mitreißenden Rock-Nummer, die dazu einlädt, ein paar DB lauter zu drehen.

Love God Chaos (Instagram)

Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.

EsRAP – „Kultur ist Staatssache“ (Springstoff // VÖ: 04.04.2025)

In Österreich wird Kultur als wichtiger Bestandteil der Identität für Menschen in diesem Land gesehen. Jedoch wird Kultur auch oft gewertet – die eine Art ist es wert gefördert und präsentiert zu werden, während andere kritisiert und ignoriert wird. Die neue Single „Kultur ist Staatssache“ des Geschwisterduos EsRAP behandelt diese Diskrepanz. Sie sprechen über den Unterschied von staatlich geförderter Kultur zu ihrer eigenen Straßenkultur. Der Zugang und das Sichtbarwerden sind immer noch an Privilegien, wie Stipendien und Förderungen gebunden. Dabei entsteht so viel Kunst abseits dieser geförderten Räume, etwa in Hinterhöfen, Parks und auf der Straße. Und: Österreich ist ein multikulturelles Land, das von unterschiedlichsten Einflüssen profitiert. Migration ist eine Tatsache, die nicht unsichtbar gemacht werden kann. EsRAP kritisieren die Eingleisigkeit mit der Kultur betrachtet wird, sehen aber auch eine Möglichkeit diese Denkweise aufzubrechen und damit „das Land zu retten“. Musikalisch präsentiert sich das Duo wieder zweisprachig mit türkischen und deutschen Textpassagen. Trap-Beats und räumlich weite Synth-Loops bilden das klangliche Grundgerüst der Single, die aufgrund ihres eindringlichen Rhythmus und Textes sofort ins Ohr geht.

EsRap (Instagram)

Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.

Maria Magdalena – „Über die Angst“ (VÖ: 04.04.2025)

Mit „Über die Angst“ veröffentlicht Tobias Pöcksteiner aka MARIA MAGDALENA seine erste und bisher einzige deutschsprachige Single. Ein persönliches Geburtstagsgeschenk an sich selbst. Der Sänger erzählt darauf eine sehr persönliche Geschichte über die eigene Verletzlichkeit und das Gefühl von Sicherheit, die einem eine vertraute Person geben kann. Mit dieser Sicherheit können auch schwere Momente und Ängste überwunden werden. Durch den Song begleitet eine warme, leicht verzerrte Gitarrenmelodie. Auch der Gesang von MARIA MAGDALENA strahlt eine Wärme aus, mit der er sich selbst und die Zuhörer:innen von der Möglichkeit die Ängste hinter sich zu lassen, überzeugen will. Besonders gegen Ende entsteht durch die Schichtung des Gesangs eine dichte Fläche, die beim Zuhören umhüllt und zudeckt, ähnlich wie eine weiche Kuscheldecke. Der balladenartige Song zeigt eine neue Facette des noch jungen musikalischen Projekts und es bleibt spannend, wohin die Reise von MARIA MAGDALENA das nächste Mal hingeht.

Maria Magdalena (Instagram)

Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.

YASMO & DIE KLANGKANTINE – „Alles außer…“ (INK254 // VÖ: 04.04.2025)

Direkt, politisch und ohne Kompromisse. So präsentiert sich YASMO & DIE KLANGKANTINE schon lange und auch ihre neue Single „Alles außer…“ ist keine Ausnahme. Darin rechnet die Musikerin YASMO mit der heutigen Weltpolitik ab, die immer weiter rechts beheimatet ist und Situationen normalisiert, die noch vor einigen Jahren undenkbar erschienen. Aber die Single bezieht sich auch konkret auf Österreich, wo ebenfalls rechte Parteien immer mehr Zuspruch finden. Dafür findet YASMO klare Worte: „Faschismus ist keine Meinung“. Sie plädiert aber auch darauf endlich aus der Schockstarre, die dieser Rechtsruck ausgelöst hat, aufzuwachen. Es ist Zeit, laut zu werden, zu demonstrieren und Partys zu schmeißen bei denen alles erlaubt ist – außer Nazis. Bewusst chaotisch und klanglich bunt präsentiert sich die Single. Geloopte Bläsereinwürfe und unterschiedliche Hip-Hop Beats zeichnen das Lied aus. Sowohl klanglich als auch textlich entsteht der Eindruck, dass Gegenwind zur derzeitigen politischen Situation aufkommt. Und: Gerade, wenn die Lage schwierig erscheint, soll gefeiert werden, weil auch das ein Form von Protest ist.

YASMO (Instagram)

Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.

SKOFI – „Sag mir wohin“ (VÖ: 04.04.2025)

Ein spezielles Liebeslied veröffentlicht SKOFI mit „Sag mir wohin“. Darin geht es um die besonderen Momente während des Kennenlernens einer Person mit der es einfach funkt. Der Song thematisiert das Gefühl, sich zu der Person hingezogen zu fühlen, aber doch auf den entscheidenden Schritt des Gegenübers zu warten. Musikalisch verspielt und unbeschwert, bleiben die Texte von SKOFI trotzdem nahbar und persönlich. Genretechnisch ist die Single im Pop-Bereich daheim. Energiegeladen vermittelt der Song gute Laune. Dafür sind klanglich die Synthesizer-Flächen und der tanzbare Beat, genauso wie die eingängige Melodie zuständig. Beim Gesang wird spielerisch Auto-Tune eingesetzt und so entsteht eine gleichzeitige Nähe und Räumlichkeit, die sich durch das gesamte Lied zieht und die Hörer:innen mit zu diesen speziellen Momenten nimmt.

skofi (Instagram)

Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.

MARTEN – „In deiner neich’n Wohnung“ (DIEgital // VÖ: 04.04.2025)

Verlust, Sehnsucht und die unsichtbaren Fäden, die uns manchmal noch mit einer vergangenen Liebe verbinden – die thematisiert der Sänger MARTEN in seiner neuen Single „In deiner neich’n Wohnung“. Im Lied geht es um sein Herz, dass mit dem Ende der letzten Beziehung mit ausgezogen ist und jetzt in der neuen Wohnung der Experson liegt. Aber nicht nur das Beziehungsende wird angesprochen, sondern auch die Schwierigkeit etwas Neues zu beginnen, wenn man noch nicht ganz mit der vorherigen Beziehung abgeschlossen hat. Die sehr persönliche Geschichte wird durch die Verwendung des Dialekts noch um eine intime Ebene erweitert. Die Ballade wird musikalisch von der

Gitarrenmelodie getragen, die durch Synthesizer-Flächen noch weiter ausgestaltet ist. Klanglich wird die Emotionalität des Liedes verstärkt, gleichzeitig wird durch die Musik auch eine Leichtigkeit und ein Funken Hoffnung transportiert. Es entsteht ein Widerspruch, der in sich aber auch die Komplexität und vielschichtigen Gefühle, die in so einer Situation entstehen, gut vermittelt.

MARTEN (Instagram)

Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.

Dreimalumalpha – „Es kann uns nichts passieren“ (Problembär // VÖ: 04.04.2025)

Träumerischer Indie-Rock aus dem Tiroler Oberland gibt es von DREIMALUMALPHA. Ihre neue Single heißt „Es kann uns nichts passieren“. Sie erzählt davon, wie man es schafft, sich in schwierigen Situationen und unbekannten Orten zurechtzufinden. Wichtig ist die richtige Person an der eigenen Seite zu haben. Weite Gitarren geben dem Lied viel Raum, ein ansteckender Beat lädt zum Mittanzen ein und helle Synth-Elemente verleihen dem Ganzen ein positives Gefühl. Die Stimme von Leadsänger Simon Rogina ist zentral und vermittelt die teilweise poetischen Bilder ohne Kompromisse. Immer wieder kommt auch die Stimme von Bianca Ehrenstraßer als Dopplung im Lied durch. Dadurch entstehen angenehme Harmonien, die durch das gesamte Lied begleiten.

Dreimalumalpha (Instagram)

Dieses Video auf YouTube ansehen.
Hinweis: Mit dem Abspielen des Videos laden sich sämtliche Cookies von YouTube.