PORTRAIT OF TAO – „PORTRAIT OF TAO“

Unter dem Künstlernamen PORTRAIT OF TAO veröffentlicht der Wiener Neustädter Multiinstrumentalist Fabian Holoubek sein Debütalbum (IYOVI // VÖ: 14.02.25) mit gleichnamigem Titel. Es ist eine musikalische Reise und ein Abbild vom bisherigen Leben des Singer-Songwriters. Klanglich verpackt in zwölf Indie-Pop Songs, die zum Zuhören und Durchatmen einladen.

Fabian Holoubek kann bereits auf etwas mehr als zwei Jahrzehnte Bühnenerfahrung zurückblicken. Er war als Session-Musiker für unterschiedliche Künstler:innen, wie Thorsteinn Einarsson, Oska, Ina Regen und Mathea tätig. Jetzt hat der 34-Jährige den nächsten Schritt gewagt und seine eigene Musik in Angriff genommen. Daraus entstanden sind das Indie-Pop Projekt Portrait of Tao und das gleichnamige Debütalbum. Darauf verarbeitet er seine fast zwei Jahrzehnte lange Suche nach dem eigenen Platz im Leben, nach Harmonie in der Gesellschaft und nach einer Leichtigkeit in schwierigen Momenten. „Portrait of Tao“ ist ein Selbstporträt voller Sehnsucht, Freude, Aufbrüche und Abschiede. Auch der Weg, vom Musiker, der vor allem im Hintergrund arbeitete, zum Künstler, der selbst im Mittelpunkt steht, ist im Album abgebildet. Holoubek erzählt sehr persönliche Geschichten und gewährt dadurch einen tiefen Einblick in sein Inneres.

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Der Name Portrait of Tao ist von den Lehren des „Dàodéjīng,“ oder auch „Tao Te Ching“, einer Sammlung von Spruchkapiteln, die auf den Weisen Laozi zurückgehen, inspiriert. Diese Lehren gelten auch als Gründungsschrift des Daoismus. Ein wichtiger Schwerpunkt ist das harmonische Zusammenleben aller Menschen – eine Thematik, mit der sich auch Portrait of Tao auseinandersetzt. Ebenso relevant ist das Wechselspiel im Daoismus, etwa von Yin und Yang oder Licht und Schatten. Auch hier lassen sich Parallelen zum Künstler ziehen, da er den Schritt vom Hintergrund ins Rampenlicht gewagt hat. Gleichzeitig handelt es sich um zwei Prinzipien, die sich nicht bekämpfen sondern in Wechselwirkung miteinander stehen. Genauso hat die Arbeit als Session-Musiker einen bleibenden Einfluss auf Holoubeks Soloarbeit.

Der Musiker Portrait of Tao auf der Bühne singend mit einer braunen Akustikgitarre
Portrait of Tao © Ryan Ocfemia

Klanglich zeichnet sich das Album durch harmonische Melodien aus, die meist von einer Gitarre gespielt werden. Portrait of Tao verwendet verschiedene Texturen und unterschiedlichen, klanglichen Färbungen, sodass jedes Lied in ein einem anderen Licht erscheint. Dabei bleibt der Rhythmus meistens entspannt, aber niemals langweilig. Die Stimme des Sängers ist eine angenehme Begleiterin durch das Album. Sie bleibt immer im Zentrum und erzählt klar ihre Geschichte, ohne die Instrumente zu overpowern. Ein Ausreißer im positiven Sinn ist der Song „Another Yesterday“. Die Gitarren werden verzerrt und klingen dreckig und auch die Stimme hat eine leichte Verzerrung. Das Schlagzeug ist direkter und härter, als auf den anderen Tracks. Das Tempo bleibt moderat, aber der Song ist frech und besitzt eine Verschlagenheit, die auf den anderen Liedern nicht so durchscheint. Es zeigt, dass Portrait of Tao viele verschiedene Facetten hat und diese sich auf dem Album widerspiegeln.

Mit „Portrait of Tao“ kreiert der Musiker ein Selbstporträt, dass unterschiedliche Seite von ihm präsentiert und das Gefühl vermittelt, ihn nach dem Durchhören etwas besser zu kennen. Vom musikalischen Standpunkt her ist das Album angenehm zum Anhören, ohne je repetitiv oder eintönig zu sein. Es ist ein gelungenes Debüt, das Freude auf mehr Musik von Portrait of Tao macht.

Ylva Hintersteiner

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