Paradicso – Diasporama

Musik, die ihre Einflüsse aus den unterschiedlichsten Winkeln der Welt bezieht und sich in keinem Moment dem Diktat irgendwelchen stilistischen Definitionen unterwirft, genau für eine solche steht jene der Formation Paradicso. „Diasporama“ (Klangue Records), das im November erscheinende Debütalbum der fünfköpfigen Band, zeigt sich als ein erfrischender Versuch einer stileübergreifenden Interpretation des Begriffs Weltmusik. Mit viel Spielwitz und einer großen Freude am Überwinden von Grenzen erschaffen sich Paradicso eine Klangwelt, die vor allem mit ihrem Facettenreichtum punktet und sich als sehr lebendiger Hybrid aus Jazz, Klezmer, Folk und vielen anderen Musikformen offenbart.

Bei Paradicso handelt es sich um eine Band, die zwar in Wien ansässig ist, deren Mitglieder aber aus allen Himmelsrichtungen stammen. Und genau dieser Umstand kommt auch in der Musik der fünfköpfigen Combo auf sehr hörbare Art zum Ausdruck. Als ob es nichts Selbstverständlicheres gäbe, werfen Fabrice Désiré (Gitarre, Mandoline, Gesang), Christian Edbauer (Gitarre, Cajon, Gesang), Carina Auzinger (Klarinette, Gesang), Maria Pepelnik (Violine) und Agnes Kilyenfalvi (Kontrabass) zunächst einmal verschiedenste Klangtraditionen und Spielformen in einen Topf, um dann einmal ordentlich umzurühren. Und das tun sie mit einer gehörigen Portion Spielwitz und einer unbändigen Spielfreude. Was der Fünfer entstehen lässt, ist ein aus Jazz, Klezmer, modernem Folk und Liedermachertum, Swing, Bossa Nova, französischem Chanson und Elementen kreolischer Musik zusammengesetzter Soundmix, der genauso facettenreich und vielschichtig, wie auch beschwingt und leichtfüßig daherkommt.

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Die Songs machen Spaß, verbreiten Stimmung und Atmosphäre und bestechen mit schönen Melodien und ideenreichen Arrangements, die manchmal richtig schön verspielt (Excuse me, Just for you), mal zurückhaltend elegant (I do know, Chomsky Love) wie auch bittersüß melancholisch (Mirror of Words, What have you become) zum Ausdruck gebracht werden. Wiewohl die Musik von Paradicso, wie schon erwähnt, eine sehr vielschichtige ist, wirkt sie, und hier offenbart sich die besondere Fähigkeit der Band, niemals überladen. Fabrice Désiré, Christian Edbauer, Carina Auzinger, Maria Pepelnik und Agnes Kilyenfalvi verstehen ihre Nummern auf den Punkt zu bringen und sie einfach fließen zu lassen.

„Diasporama“ ist ein Album vieler Musiksprachen geworden, eines, das sich auf verspielte und gefühlvolle Art erschließt. Wirklich kategorisieren lässt sich das Gehörte nicht, was aber nicht stört, erwächst doch gerade aus diesem Umstand der besondere Reiz dieser Platte. Die nächste Gelegenheit, Paradicso live zu erleben, gibt es unter anderem am 14. November im Theater am Spittelberg in Wien. (mt)

Termine:
14.12. Mike`s Werkstatt, Wien

http://www.paradicso.com
http://www.facebook.com/pages/KLANGUE-RECORDS/154340957960020