Cerhas Spiegel, die Oper Radek von Richard Dünser, Werke von Haas, Ofenbauer, Willi sowie Löschel-Novotny-dieb 13 und Pulsinger-Dafeldecker bei den Bregenzer Festspielen. Nicht nur das Spiel auf dem See (mit der Wiederaufnahme des Troubadour in der Inszenierung von Robert Carsen), eine interessante Synthese von Ballett und Oper im Festspielhaus (Der Untergang des Hauses Usher mit Musik von Claude Debussy), oder Jacques Offenbachs Operette Blaubart im Theater am Kornmarkt sollte nach Bregenz locken, sondern auch eine Serie von Aufführungen und Produktionen lebender österreichischer Komponisten.
Die Programmschiene Kunst aus der Zeit bietet zuallererst einmal zur Feier des 80. Geburtstags in der Werkstattbühne eine Aufführung von Friedrich Cerhas monumentalem Orchesterzyklus Spiegel I-VII durch das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg unter Sylvain Cambreling (19. Juli). Eine weitere Cerha-Uraufführung für Streichquartett und Posaune sowie Cerhas Zweites und Georg Friedrich Haas’ neues Viertes Streichquartett sind im Rahmen der Konzertreihe im Kunsthaus Bregenz zu hören (1.8., es spielt das Streichquartett des Klangforum Wien und Walter Voglmayr, Posaune).
Weiters in dieser Reihe: Spin, eine Suite für elektroakustisch erweitertes Kammerensemble mit Hannes Löschel, dieb 13 und Josef Novotny (22.7.); ein Projekt mit Werken von Werner Pirchner und Ernst Jandl (Mund.art Quintett, Sprecher Wolfram Berger); ein Porträtkonzert von Christian Ofenbauer mit dem von Ulf Schirmer dirigierten Wiener Concert Verein (u. a.: EisMusik 2005, 6.8.) und der von dem selben Ensemble bestrittene Abend Willi trifft Mozart (11.8.). Werke von Herbert Willi spielen auch die Wiener Symphoniker (30.7.) und das Symphonieorchester Vorarlberg (15.6.). Improvisationen und Realtime-Bearbeitungen von akustischem Material mittels analoger Elektronik bieten Patrick Pulsinger, Werner Dafeldecker,Flip Philipp und Alice Daquet zum Ausklang (Gaze!, 16.8.).
In der Werkstattbühne zeigen Nico & The Navigators (Regie: Nicola Tümpel) ihre Produktion Wo du nicht bist – Ein Stück über das Glück, sie werden dabei musikalisch unterstützt vom Musikensemble Franui (4. & 5.8.). Von Richard Dünser hat dessen neue Kammeroper Radek am 12.8. Premiere, es ist dies eine Koproduktion mit der Neuen Oper Wien. In der Rolle Karl Radeks, einem der brillantesten Demagogen der kommunistischen Bewegung, ist Georg Nigl zu erleben, in weiteren Partien Anna Clare Hauf, Rebecca Nelsen, Manfred Equiluz, Stefan Cerny und Bernhard Landauer.
Fotos:
Der Troubadour_Karl Forster
Link:
Bregenzer Festspiele