FILOU – „Wie die Welt“

Manchmal werden Singles genau zur richtigen Zeit veröffentlicht. Jetzt, wo sich das Herbstwetter noch mit dem Charme des Altweibersommers präsentiert und das Laub frisch unter den Füßen knistert, braucht man noch keine düsteren Töne. Eher etwas Heiteres – oder auch Melancholisches – wie die neue Single von FILOU.

„Wie die Welt“ heißt dieser Song, der ein neues Album der Wiener Band rund um den Autor Lukas Meschik ankündigt. Es heißt „Feste Farben“ und wird voraussichtlich im März nächsten Jahres erscheinen. Dass wahrscheinlich nicht nur herbstliche beziehungsweise eher langsamere Songs auf dem Album zu hören sein werden, ist klar. Ebenso wie klar ist, dass sich Filou verändert haben.

Ballroom-Atmosphäre in drei Minuten

2011 wurde das Debüt „Show“ veröffentlicht, auf dem die Sounds noch rauer klangen und die Anleihen an die deutschen Bands Tocotronic und Blumfeld noch sehr herausstachen. Es war in den teils surrealistischen Texten, teils in Meschiks Art, zu singen, zu hören. Obwohl Filou den Anfängen treu geblieben sind, klingt „Wie die Welt“ eher nach der österreichischen Hit-Band Wanda.

„Wie die Welt“ lebt von einer klassischen Melodie, die mitunter von einem Flügelhorn-Solo getragen wird, das das Bild einer Tanzveranstaltung mit sich sanft drehenden Paaren heraufbeschwört. Der Text ist einfach, aber eindeutig, denn die Liebe steht im Vordergrund.

 

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Und wenn man dieses Lied mit den früheren Arbeiten von Filou vergleicht, dann kann man sich auch mal die Videos anschauen. Im Clip zu „Wie die Welt“ sieht man eine grazile Turnerin, die ihre Übungen auf einem Balken vollführt. Im Hintergrund stehen Instrumente und auch die Band selbst tritt auf. Damit bleiben Filou ihrer Handschrift treu, denn sie spielen in fast allen ihrer Videos die Hauptrolle.

Wie die Musik hat auch der Clip eine sehr nostalgische Note. Die Bilder vom lichtdurchfluteten Turnsaal, wo man beinahe die Staubkörner im Sonnenschein wirbeln sehen kann, erinnern an etwas, was war und nicht mehr ist. „Wie die Welt“ ist ein sehr gelungener Song, der leicht ins Ohr geht und hohe Ansprüche an das neue Album weckt.

Anne-Marie Darok

Foto Filou: Julian Simonlehner

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