Die Band ENDLESS WELLNESS meldet sich mit ihrer Single „Die guten Jahre“ (Ink Music // VÖ: 04.04.2025) zurück. Klanglich präsentiert sich der Song laut und rau. Inhaltlich ist er kritisch, brandaktuell und mit ein bisschen Augenzwinkern – so wie man die Band kennt.
Bereits mit ihrem Debütalbum „Was für ein Glück“ hat die Gruppe 2024 einiges an Aufmerksamkeit generiert und sich in der österreichischen Musikszene etabliert. Endless Wellness hat sich 2021 in Wien gegründet. Aber schon davor waren die vier Bandmitglieder Philipp Auer (Gesang, Gitarre), Adele Ischia (Gitarre), Hjörtur Hjörleifsson (Synthesizer) und Milena Klien (Bass, Gesang) jahrelang befreundet. Bereits als Teenager:innen haben sie in Salzburg gemeinsam in unterschiedlichen Bands gespielt. Diese lange Verbundenheit ist auch ein starkes Fundament der Band und ihrer Musik – und das hört man auch. Inhaltlich thematisiert die Band mit ihren obskur-poetischen, umgangssprachlichen Texten aktuelle Themen, die die Gesellschaft prägen, wie die gescheiterte Klimapolitik oder einem erneut erstarkenden Faschismus. Durch ihre Musik versucht die Band die kollektive Erschöpfung in ein gemeinsames, lautes Aufbegehren umzuwandeln. Auch bei der aktuellen Single „Die guten Jahre“ greift die Band wieder eine Thematik auf, die uns alle betrifft: das Ringen mit der neoliberalen, spätkapitalistischen Gegenwart. Endless Wellness stellt sich und uns die Frage, wer wir eigentlich sind, wenn Leistung unseren Wert bestimmt und was von uns bleibt, wenn wir nichts mehr leisten können? Ein düsteres Bild, das oft auch Realität wird, wie die Altersarmut in Österreich zeigt. Und trotz der Kritik und Mahnung der Band ist sie nie hoffnungslos. Aufgeben und einfach zu akzeptieren ist für sie keine Lösung.
Musikalisch präsentiert sich der Song im 90er-Jahre Alternative Rock Sound-Gewand mit einer immer wiederkehrenden Gitarren-Soundwall und einem schnellen Beat, der sowohl vom Schlagzeug, als auch vom Bass vorangetrieben wird. Zusätzlich wird oft ein leicht chaotischer Synth-Sound eingeworfen, der im Ganzen aber Sinn ergibt. Trotz der brachialen Instrumente setzt sich die Stimme klar durch. Besonders interessant ist der Moment, in dem der Gesang kurz abreißt und die Zuhörer:innen aus dem Konzept herausreißt. Eine weitere spannende Stelle ist die Bridge, in der der Sänger das Wort „Presslufthammer“ mehrfach wiederholt und klanglich das Schlagzeug Mickey-Mousing betreibt, also den Presslufthammer nachahmt.
Mit „Die guten Jahre“ schließt die Band an ihr Debütalbum an. Es ist eine direkte und unverblümte Abrechnung mit unserer Gesellschaft, ohne die Hoffnung auf einen anderen Weg zu verlieren. Musikalisch merkt man, dass sich die Band stetig weiterentwickelt und mit jedem Release besser wird.
Ylva Hintersteiner
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