Die österreichische Austro-Funk- bzw. Mundart-Band CHILIFISH veröffentlichte im April 2016 ihr zweites Album „Frogt’s uns“. Seit sechs Jahren begeistert das Quartett nun schon seine Fans auf Festivals, Konzerten oder Firmenfeiern und auch die Alben grooven sich immer mehr in die Herzen der ZuhörerInnen.
Als die Band 2008 gegründet wurde, waren die jungen Männer noch zu dritt, Michael Nix (Saxofon, englische Lead Vocals, Gitarre, Kaval) stieß erst 2010 zu den restlichen Bandmitgliedern Friedrich Schnalzer (Mundart-Lead-Vocals, Ukulele, Cajón, Tin Whistle, Hang), Christian Recklies (Human Beatbox, Maultrommel, Cajón, Backing Vocals) und Manuel Komosny (Didgeridoo, Backing Vocals). Wie man sieht, ist die Band einzigartig in ihrer instrumentalen Aufstellung, und das zeichnet unter anderem ihre Lieder aus. Mit viel Energie, den verschiedensten Instrumenten und flotten Texten im Gepäck reisen die vier durch das Album und spielen sich direkt ins Herz der Leute.
„I wüll ois hobn und am bestn glei“
Das Album beginnt voller Frohmut und Sonne mit dem Lied „Nockad über d’Wiesn laufen“, welches – ebenso wie der darauffolgende Titelsong „Frogt’s uns“ – von der Gitarre/Ukulele und den Vocals getragen und von diversen Instrumenten wie dem Didgeridoo untermalt wird. Die Nummer drei, „Kunigunde“, hat, wie der Titel schon verrät, ein gewisses Mittelalter-Feeling an sich. Interessant ist, dass keine Stimme auf dem Track zu hören ist – aber die fehlt nicht, denn die Instrumente kreieren einen Klangteppich, der unweigerlich zum Tanzen bewegt (natürlich im Mittelalter-Stil). Diese Stimmung wird aber nicht weitergetragen, sondern die Atmosphäre der ersten beiden Songs wird wiedergeholt und die Stimme singt im burgenländischem Dialekt aufrüttelnde Texte über den Menschen, der als egozentrischer Mitläufer porträtiert wird.
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Die instrumentale Vielfalt macht das Album sehr abwechslungsreich, denn obgleich Gitarre und Ukulele meist überwiegen, sind die Passagen mit Didgeridoo oder Kaval aufregend und machen vor allem den Groove der Musik aus. Das zeigt sich zum Beispiel bei dem Track „Skaos“, der mit Didgeridoo beginnt, während Ukulele und Saxofon erst nach einigen Takten einsteigen. Diese Kombination aus Ukulele, Saxofon und Didgeridoo funktioniert wahnsinnig gut, auch wenn man es sich vielleicht nicht vorstellen kann. Auch in diesem Lied findet man keine Stimme, aber wie auch vorher fällt dies erst auf, wenn man aktiv darauf achtet. Anzumerken ist vielleicht auch, dass man auf dem ganzen Album keinen einzigen traurigen oder melancholischen Song findet: Die Stimmung ist durchgehend fröhlich und heiter. Das Album schließt ab mit einem Remix des Lieds „Zum Woartn ka Zeit“ von WonderBros, der die CD mit soften Beats und ruhigen Synths wie einen Sommerabend ausklingen lässt.
Was will man mehr im Sommer als frohe, tanzbare Musik? Chilifish haben das ultimative Album für die kommende Zeit produziert.
Antonia Seierl
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